GROßARTIGE NACHT

18. November 2009

pj1

Eigentlich sollte dieser Artikel wie folgt beginne:

Erlebt man ein Konzert auch wenn man die Musiker nicht sieht? Heute Abend spielen Pearl Jam und Ben Harper auf der anderen Straßenseite. Dort befindet sich nämlich ein Stadion. Doch ich habe leider nicht das nötige Kleingeld (ca. 60 €) um in die Schluchten des Perth Ovals zu komme. Doch werde ich mich gemütlich in den Park neben an begeben und von dort aus lauschen. Das ist das Erleben eines Konzertes. Was würde sonst ein kleiner Mensch sagen, der in der Menschenmaße keinen Blick auf die Bühne hat.

Doch alles kam anders!

Wir waren wie geplant auf einer Seite des Stadions. Zu erst nur David und ich. Es ist nicht unbedingt eine Alianz Arena, doch so klein ist das Stadion auch nicht. Später gesellten sich Joel und Jordan zu uns, die vorher versucht hatten, auf ihre Weise in die Arena zu kommen - erfolglos.

Der Platz an dem wir standen war ein kleines Gittertor mit einem Seitenblick auf die Bühne. Allerdings hatten wir keinen Blick auf die Musiker. Wie wir später erfahren sollten, konnte man nur den oberen Teil der Bühne sehen. Doch konnten wir seitlich auf eine große Leinwand blicken und sahen so, zwar verzogen aber doch riesig, das Spektakel. Ben Harper hat kurze Haare und Eddi Vedder lange. Und wichtiger noch - der Sound war an dieser Stelle großartig.

Ben Harper spielte nur 40 Minuten aber es waren wunderbare 40 Minuten! Ich kann mich erinnern, wie eine große Gesangswelle aus dem Stadion aufstieg und uns ansteckte, als “Steal my Kisses” angestimmt wurde. Fabelhaft.

Und dann, nach ca. 10 Minuten Pause, kamen sie. Pearl Jam. Wir sahen es nicht, konnten es jedoch durch den massiv ansteigenden Jubelpegel wahrnehmen. Eine tiefe, laute, raue aber doch zugleich feine Stimme begrüßte Perth. Eddi Vedder hatte gesprochen und sogleich fing es an. In meiner Erinnerung begannen sie mit Even Flow. Aber wie das so ist mit Konzerten und Prüfungen - wenn man richtig drinnen ist erinnert man sich meisten nicht mehr an den genauen Verlauf. Man weiß nur noch dass es entweder schlecht oder sau gut war. Und es war sau gut! Doch es sollte noch besser werden.

Ich weiß nicht genau ob es während dem fünfte oder sechste Lied war, ich weiß nur noch das es “Daughter” war, als ein etwas kräftiger, in neon-gelber Weste gekleideter Man zu uns trat. Security. Scheiße, was will der. Wir wollen hier nicht weggeschickt werden! Keiner von uns sagt das, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass wir es dachten. Um uns standen noch ca. 30 weiter, jubelnde Menschen, denen wahrscheinlich gleiches durch den Sinn ging. Er kam zu uns vier und erkundigte sich bei Joel, ob dieser den einen oder anderen Schluck zu viel getrunken hatte. “No, no, no. We are complet sober!” Diese Aussage entsprach der Wahrheit! Und mit dem was als nächste geschah, hatte keiner von uns gerechnet. Etwas versteckt, holte er aus seiner Tasche etwas heraus, das zu erst nach einer Karte aussah. Doch als er sie auffächerte, waren es vier Karten! Wir waren vier und er hielt vier Karten in seiner Hand. Ich wusste das, doch trotzdem zählte ich die Karten und dann uns. Ich konnte es nicht glauben. Es passte! Im selben Moment fingen wir an zu jubeln und der Security Mann freute sich auch. “Wenn ihr an den Eingang kommt, sagt ihr, die wären vom Inhaber!” Wir bedankten uns - ich glaube Joel umarmte ihn - und rannten dann los. Der Eingang war auf der gegenüberliegenden Seite. Aufgepumpt mit Adrenalin und komplett außer Puste, betraten wir die Arena und bekamen den ersten Blick auf die Bühne. Erst jetzt fiel mir auf, wie groß die Bühne tatsächlich war, denn wir konnten von der Ecke in der wir standen die Musiker nur sehr klein erkennen. Doch das war scheiß egal. Der Sound war viel besser! Und außerdem hatten wir jetzt einen klaren Blick auf die zwei Riesen Leinwände. Es war großartig. Und als ich dann wahr genommen hatte, das ich es geschafft hatte, stimmte die Band in “Garden” von der “Ten” ein. Was für ein Lied um runter und rein zu kommen! Ich schaute in den Himmel und dankte Gott für das Konzert und den Mann in der gelben neon Weste.

Sie spielten sehr viele alte Lieder (Ten, Vs., Vitalogy und Yield) aber auch fast alle von dem neuen Album und noch einige Cover. Eine gelungene Mischung. Und während Eddi Vedder zwei Flaschen Wein killte vergingen ein ein halb Stunden. Stunden die ich nie vergessen werde.

Ich habe das Konzert erlebt!
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