NR. 7

8. August 2007

So, diese letzte Pause der “Geschichte eines Jungen” war etwas zu lange, ich gebe es zu. Aber vielleicht liegt es daran, dass das Leben von Sepi, zu jener Zeit (Anfang bis Mitte der 90er) schon über 10 Jahre zurück liegt und die gedanklich gespeicherten Dokumente sich nicht umbedingt häufen, sonder eher im Gegenteil. Sie werden weniger! - wer hätte das gedacht? Und trotzdem soll mich das nicht weiter abhalten, die Geschichte weiterzuerzählen.
Sepi ist also zwischen 10 und 12 Jahre alt - entweder in der vierten, fünften oder sechsten Klasse.

Doch Heute will ich nicht über Schulklassen erzälen, sonder über das Fahrrad, über den Sepi, über Asphalt, Schotter und Wunden.


(Stellt euch dieses gelb vor)

Das Fahrradfahren - ein Tätigkeit, die viele kennen und die einen zentralen Stellenwert für aufwachsend Jungs (natürlich auch Mädchen aber nicht in der selben, zu oft gefährlichen Form) in Gambach hatte. Vielleicht ist es Heute auch noch so, wenn zwischen dem Computer spielen und dem Chatten mal eine Cola geholt werden muss - aber dazu kann ich keine genauen Informationen geben. Jedenfalls war für Sepi und seine Freunde das Fahrrad nicht nur ein Fortbewegungsmittel. Es war ein Lebensstiel - es war Freiheit.

Doch fangen wir mal von vorne an. Anfangs, in Gambach, hatte Sepi nicht das Rad, welches er gerne gehabt hätte - von dem er träumte. Ein BMX. In Peru hatte er ungefähr ein Jahr bevor es nach Deutschland ging ein nagelneues BMX bekommen - ein gelbes. Es war ein fettes Bike, dass wegen der Auswanderung auf einem Flohmarkt für 80 Dollar verkauft werden musste. Man kann nicht so einfach ein Fahrrad in eine Flugzeug transportieren - es ist ja keine Kamera. Aber naja, ich glaube so schwer nahm es Sepi nicht.

Das erste Rad hier in Deutschland wurde geerbt. Dies aber nicht weil der Vorbesitzer verstorben war, sonder weil das vererbte Fahrrad, ein roter Kinder-Rennrad, alt und verrostet war und er (der Vorbesitzer) ein neues haben wollte. Naja, dankbar sein - besser als nichts. Das war es also, ein altes rotes Rennrad, wahrscheinlich Baujahr Ende 70er. Der Sattel war aus hartem, schwarzem Plastik und wippte vor und zurück. So konnte Sepi auch ganz gut manche Schlaglöcher schmerzhaft in Erinnerung behalten. Die Bremsen hatten ihre besten Tag auch schon längst hinter sich. Doch wozu hat man Schuhe? Der nach unten gebogene Lenker war nicht mehr original gepolstert, sonder hatte eine Mischung aus Kordel und Teflon-Band als Grifffläche. Das war allerdings kein großes Problem. Es war kein BMX. Es war einfach kein BMX! Aber es hatte 6 Gänge und lief.


(Stellt euch dieses rot und noch älter und rostiger vor)

Und so wurde aus dem Ding alles rausgeholt, was nur ging. Die Fahrten auf den Strassen des Ortes waren ja kein Problem, wenn da nicht immer diese Gullydeckel vor einem auftauchten und zum drüber springen zwangen. Ja, das war ein Zwang - Wettbewerb und so halt. Aber das Gefühl kurze Zeit in der Luft zu sein - zu fliegen - war wahrscheinlich doch eher der Hauptgrund. Hier haben wir ihn wider, den Drang nach Freiheit. Doch ist diese Freiheit eine wacklige, quietschende und harte Freiheit, wenn man ein altes Rennrad hat. Und jeder weiß, diese Dinger haben unheimlich dünne Reifen, die einfach nicht zum springen gemacht worden sind. Das ist dann auch der Teil der Geschichte mit den Wunden und den Prellungen. Asphalt kann so gemein sein! Und sein Helfer Metallrahmen auch. Aber was will man machen, ein Junge in diesem alter will fliegen! So sind auch die immer wiederkehrenden Sprünge von großen Baustellen-Erdhaufen, von jedem Mäuerchen das einem auf dem Weg begegnet und wenn man am Meer ist, dann auch von abgehackten Sanddünen, zu erklären. Doch jetzt wieder zum Fahrrad.

Nun hat Gambach ja nicht nur asphaltierte Strassen. Wer den Ort kennt, weiß das er von Feld eingeschlossen ist. Anders gesagt, man fährt auf einer Landstraße, umzingelt von Feldern und plötzlich ist man in Gambach. Und wer Feld kennt, der weiß auch dass es Feldwege gibt. Feldwege wiederum haben die Eigenschaft, das sie meistens sehr uneben sind. In der Mitte ist eine ca. 10 cm - 50 cm breite Wölbung nach oben auf der Gras wächst. An jeweils beiden Seiten fräsen sich die Fahrspuren der Traktoren (in Gambach Bulldok genannt) in die Erde. Dies tun sie aber nicht symmetrisch wie es sich jetzt vielleicht anhört. Nein, manchmal ist es nur ein Höhenunterschied von 3 cm und manchmal einer von 20 cm. Oft liegt dann auch noch Steingeröll an den ungünstigsten Stellen. So fällt es einem auch nicht schwer sich vorzustellen, wie Sepi mit seinem alten, klapprigen, roten Kinder-Rennrad und dessen schmale Räder, oft und hart auf die Fresse fallen musste.


(für alle jene, die noch nie einen Feldweg zu sehn bekommen haben)

Ein BMX musste her! (Eigentlich wäre für diese Fahrbahn-Bedingungen ein Mountainbike von größeren Nutzen gewesen. Doch er wollte ein BMX.)

Fortsetzung folgt …

Sepi | geschichte eines jungen, text | 2 Kommentare

Nr. 6

21. September 2006

Gambach

Endlich habe ich wider Zeit gefunden (und die nötige Inspiration), um die
Geschichte des Jungen Sepi weiter zu erzählen. Als wir das letzte Mal von
ihm gehört hatten, war er gerade zehn geworden. Er war also nun ein Mann.
Immerhin besaß er schon einige Feuerwaffen und wusste wie man einen Bach
dermaßen staut, dass Menschen zu seiner Oma kamen und sich beschwerten,
dass ihr Radieschenbet unter Wasser stand. Deswegen bekam er zwar Ärger aber
seinem Ego tat es gut. Er wurde nämlich bei seinen Altersgenossen dafür
bewundert.Und jetzt zur eigentlichen Geschichte Nr. 6. Ungefähr in dieser Zeit,
kam einbesonderer Trend unter den Jungen in Gambach auf. (Sie nannten es
nicht Trend, da noch niemand von ihnen Englisch sprach, aber würde dieser
Trend heute auftreten,so wüsste jeder zehn jährige, was Trend bedeutet
- diese versaute Computergenration!)Sie nannten es einfach beim Namen.
Komm wir gehen “Klingelstreich” machen hieß es dann immer. Dieser Trend war
wie es schien, vom letzten Halloween in den Köpfen hängen geblieben.
Klingelstreich gab oder gibt es noch in zwei verschiedenen Varianten. Der
einfache Klingelstreich, geschaffen für die Weicheier, das jedenfalls war
Sepis Meinung, besteht darin sich eine Straßenseite auszusuchen und dann
möglichst bei jedem Haus zu klingeln. Natürlich rennt man dann sofort immer
weiter. Und falls jemand wirklich herauskommt versteckt man sich einfach.
Die zweite, spannendere Variante, hieß in Sepis Zeit “Süßigkeiten oder Streich”.
Ursprünglich, in Zeiten lange bevor Sepi, hieß sie mal “Apfel oder Streich”.
Aber keiner von den Jungen hatte Lust, tatsächlich einen Apfel zu bekommen.
Deshalb entschied man sich für den Begriff Süßigkeiten.

Amaise

Man ging/geht (falls es heute noch jemand spielt - gibt es so was eigentlich
schon online oder für die Playstation???) also los in die Straßen des Dorfes und
suchte sich Häuser aus, an den Man klingelte. Wenn jemand die Tür öffnete
oder durch die Gegensprechanlage die möglichen Gäste begrüßte, sagte einer
der Jungen: “Süßigkeiten oder Streich”. Man glaubt es kaum wie viele
Menschen bei solch einer Drohung weiche Knie bekommen und nachgeben.
Die Gründe konnten möglicherweise ein Nichtwollen von zertrampelten
Blumen im Vorgarten, ein Haufen Kies vermischt mit liebevoll eingesammelten
Ameisen direkt vor der Haustür oder das Geräusch eines rohen Eis (die Dinger,
produziert von Hühnern und nicht der berühmte Nachtisch aus Italien), dass
gerade den Hofboden trifft, sein - um nur drei der Zahlreichen Streiche, die
in Gambach Mitte der 90er passierten. Im Sommer spielten ganz nebenbei
auch Wasserbomben eine große Rolle. Jedenfalls kam Sepi, nach geteilter
Beute nie mit leeren Händen Heim. Und damit Sepi öfters mit vollen Händen
heimkommen konnte,gab es zweiwichtige Regeln. 1. Es durfte nie bei jemandem
geklingelt werden, der einen von den Jungen kannte. Da Sepi und der Rest
noch zu jung waren, um wirklich zu wissen wer wenkennt, konnte einige Mal
nicht vermieden werden, dass der Spaß böse endete, indem er irgendwie den
Weg in ein Elternohr fand. Aber das bedeutet nur mal eine Woche Pause.
2. Es durfte nie, bei jemandem ein zweites oder drittes mal geklingelt
werden. Jedoch hatte diese Regel zwei Ausnahmen. Bei Leuten die immer
nett waren und man schon beim ersten Versuch wusste, dass diese immer wieder
gerne etwas geben würden, wurde so oft wie möglich geklingelt. Gleiches galt
für die, als zweite Ausnahme, die sich so übertrieben ärgerten. Dies fanden
nämlich die Jungen dann wirklich witzig. Einmal kam ihnen sogar ein etwa
60 Jahre alter Bauer hinterher gelaufen, gab es aber auf da sie einfach zu
schnell waren.
Das mag jetzt für einen reflektierten, reifen Leser grausam und dumm sein.
Und Tatsächlich ist es grausam und dumm, aber mit zehn Jahren ist man halt
noch nicht reflektiert und dumm ist die blöde Werbung zwischen “Chip und
Chep” und “Duckwin Duck”. Außerdem ist es aus verlässlichen Quellen bekannt,
dass Sepi doch noch die Kurve zu einem halbwegs anständigen, recht
schaffenden Menschen geschafft hat.

Mit diesen Worten und Bildern sage ich Ade und bis zum nächsten Mal.

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Nr. 5

11. Juni 2006

Torte

An Sepis zehntem (es kann auch schon der elfte gewesen sein aber das spielt jetzt keine Rolle da eh alle Geburtstage bis zum 14ten sich fast nicht unterschieden) Geburtstag ging es ab. Zwar noch nicht mit Alkohol und Mädchen, allerdings dürfte das klar sein. Erstes Ereignis war natürlich das „Kuchenessen“, eine Tugend, welche die Deutschen unter keinen Umständen missen wollen. Und dass schon seit weiß der Geier wie vielen Jahrzehnten oder vielleicht schon Jahrhunderten. Sepi freute sich und freut sich natürlich immer noch über diese Gewohnheit. In Peru war das Essen zwar auch immer sehr lecker, aber Kuchen bleibt deutsche Meisterdisziplien. Vor allem das zahlreiche Vorhanden sein und die Vielfalt an Sorten ließen und, auch wieder hier, lassen Sepis Herz oder Magen einen Freudentanz aufführen. Anschließen Gab es die alljährlich Schnitzeljagd welche Tradition bis zum 13. Geburtstag blieb. Man hat ein Zweiergespann (meinetwegen die Verbrecher) welches sich innerhalb des Dorfes auf die Flucht begibt, und überall Pfeile oder Zettel mit Hinweisen hinterlässt, sodass drei oder vier gebildete Gruppen ihnen im Abstand von 10 Minuten folgen können. Oder auch nicht, denn es kann sein dass ein Hinweis absichtlich die Verfolger in die Irre führt. In diesem Jahr hatten die Verbrecher, Sepi und Markus, nicht ganz den Sinn der Worte “innerhalb des Dorfes” begriffen. Sie versteckten sich nach einer Stunde im Naturschutzgebiet nicht weit jedoch außerhalb Gambachs. Unumgänglich war dann die Tatsache, dass sich das Abendessen um zwei Stunden verschob.

Währe es den Beiden irgendwann nicht langweilig geworden, wären sie wohl nie zurückgekehrt – dorthin wo schon alle Anderen im Hof wartend Scheiß machten. Dann gab es endlich Essen. Es wird wohl Pizza, Hamburger oder was peruanisches, gekocht von Carlos, Sepis Vater gegeben haben. Leider liegt es schon zu weit in der Vergangenheit und es gab danach viel zu viele Essen, um sich daran noch genau zu erinnern. Aber eine von den drei Spießen muss es gewesen sein. Nach dem Essen folgte als Abschlussveranstaltung noch eine Tradition - die Fußballpartie. Jeder musste mitmachen und jeder flog mindesten drei Mal auf die Fresse. Das Tückisch am Roncal-Hof ist nämlich, dass man sich auf Pflastersteinen, die bekanntlich glatt sein können, vor allem bei Regen,

Pflaster

wie es auch an diesem Tag der Fall war, fortbewegen muss. Aber egal - Hosen hoch gekrempelt und los. Peng, pow pow, bum, autsch und yeah waren wohl die meisten Lauten welche man wahrnehmen konnte. Blut floss und dass nicht selten in Strömen. Aber in diesem Jahr fiel beim Spiel etwas interessanteres vor. Zu der Zeit war im Hof noch ein Misthaufen, der noch aus den Tagen übrig gebliben war, als die Großeltern noch Landwirtschaft betrieben. Es gab zwar noch zwei Schwein und acht Menschen, die Bio-Müll produzierten (der Grund um den Haufen zu erhalten), aber Bauernhof konnte man es nicht mehr nennen. Also war da nasser Plasterboden, eine wild gewordene Menge Jungen und der Misthaufen, welcher zufällig neben einem der Tore lag. Tim, einer der Wilden, hatte wohl das Profil seiner Schuhe überschätzt und dachte er könnte den Ball noch vor einem anderen Wilden bekomme. Dieser allerdings erkannte rechtzeitig, dass der Bald geradewegs auf den Haufen voller Sauscheiße und verdorrtem Gemüse (üblich war auch, das die Männer des Hauses ihr kleines Geschäft dort verrichteten) rollte und bremste zu seinem Vorteil ab. Tim nicht! Kopfüber flog er, dem Plastikball hinterher, in die Scheiße. Ha, ha, ha - das konnte man aus allen Ecken des Hofes hören. Kinder in dem Alter können so gemein sein. Aufjedenfall war Tim nichts passiert. Allenfalls stank er wie eine Sau aus dem Arsch, was nicht weiter schlimm war, denn er nahm es mit Humor.

Mist

Und schon, es wird so gegen 21 Uhr gewesen sein, war die Party vorbei. Sepi lieh Tim noch frische Kleidung und alle wurden, nach einem ereignisreichen Tag nach Hause gefahren.

Tschös!

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Nr. 4

12. Mai 2006

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Die letzte Pause war etwas länger. Dafür war der letzte Text etwas länger. Naja, jetzt geht es weiter. Ungefähr drei Wochen vor Fasching (einigen eher bekannt als Karnaval) kommt es in Gambach alljährlich zum Krieg. Beteiligte Parteiten sind nicht etwa reife Erwachsene wie im reellem Leben sonder Jungs und auch vereinzelt Mädchen im Alter zwischen 10 und 13 Jahren. Alles fängt damit an, dass im kleinen Edeka Markt, gelegen in der Mitte des Ortes und inzwischen zu einem Schlecker mutiert, der begeehrte Spielzeugpistolen Stand aufgebaut wird. Zu der Zeit als Sepi von diesem Wahn betroffen war (nicht zur verwechseln mit dem Softair-ich-knall-jede- Taube-ab-Wahn; die kam erst später,gemeint sind die Waffen, in die man rote Ringe die entweder mit acht oder 12 Kamern versehen sind, die jeweils eine geringe Menge an Pulver enthielten oder noch enthalten - falls sowas heute noch produziert wird) 4-5 Handschusswaffenmodelle zu kaufen.
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Einmalgab es die normale Polizeiwaffe, meist schwarz, die jeder einfache Polizeibeamte in den Us-Filmen trägt. Sie war mit einer Trommel für acht Schuss ausgestatett. Dann gab es den Cowboy-Cold mit einer Trommel für 12 Schuss. Die billigste weil auch die kleinste war die berühmte 007-Pistole. Diese benutzte Band-Magazine, welche beim anzünden Krach machten und deshalb sehr gut für das spiel “Apfel oder Streich” geeignet waren. Zu guter letzt gab es auch noch die Dirty Harry Halbautomatik, welche unter den in Gambach erhältlichen Waffen mit Abstand die größte war. Sepi hattes diese und einen Cold. Also war er Waffentechnich ein angesehner Man. In dem kleinen Quelle Laden gab es auch noch die lägendere P08 (Pistole 08), eine Waffe noch aus der Kaiser- zeit stammend und wärend des 2. Weltkrieges über 400.000 mal gebaut. Aus irgendeinem unbekannten war dieses Modell bei den Kindern in Gambach unbeliebt. Hinter dem Bürgerhaus auf dem dortgelegenen Park, befand sich der Schauplatz des Grauens. Cowboys kämpften gegen Cops, und zahlreiche Dirty Harry’s gingen gegen die sich im Gebüsch versteckenden Bond’s vor. Die hatten nähmilich öffters Probleme mit dem Laden ihrer Waffen. Ganz vereinzelt, aber wirklich ganz vereinzelt konnte man einen SS Offizier mit seiner P08 ausmachen der aber im nächsten moment schon zur Strecke gebracht wurde. Sepi gehörte zu den Cowboys als auch zu den Dirty Harry’s. Je nach Laune entschied er sich entweder für seinen Metall Cold oder für die Halbautomatik. Der Cold war leichter zu laden aber die Halbautomatik sah einfach besser aus. Beide sener Modelle hatte es durchborht, sodass sie umso lauter waren.
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Von der Schule heimgekommen, gegessen, Apfelsaft getrunken und dann ging es los. Er beschränkte sich nicht nur auf den Park sondern rannte wie wild durchs Dorf von Mauer zu Mauer Schutz suchen. Wenn noch keine anderen kontrahenten dar waren wurde einfach nur geballert, ganz zum ärger der Alten leute die gerne Mittagsruhe haben wollten. Deswegen kam es nicht selten vor, dass es Ärger gab. In so einem kleinen Ort gibt es nämlich ein Problem, dass man nicht unterschätzen sollte! Jeder kennt jeden. Es reichte nur ein Telefonanruf und Sepi’s Eltern wussten vor seinem Heimkommen, was für ein Scheiss er heute wieder verzapft hatte. Das störte ihn jedoch nicht. Er ging Tag für Tag wieder raus und schoss einen Schuss nach dem anderen. Er war so bessesen davon, dass er seine geliebte Waffe auch mit in die Schle nahme. Eines Tages ging ausversehn ein Schuss los als er gerade dabei war ein Buch aus seinem Ransen zu holen. Darauf hin bekam er eine Strafarbeit auf die ihm die Lust am schiessen verdarb - zumindets für diese eine Jahr. Das daraufolgende Jahr wurde für Sepi noch intesiver denn er musste ja die verpassten Tag nachholen. Wer aber jetzt glaubt, das Sepi zu einer brutalen Person geworde ist, der irrt sich gewaltig. Er ist zu einem sozial kompetenten Wesen geworden, der sich nie trauen würde einem Wesen Schaden zuzufügen - außer vielleicht einer Fliege oder Mücke oder Schlange. Diese Viecher nerven ihn!

Asta la Vista Baby! peng peng peng

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Nr. 3

28. April 2006

Gambach bietet so einiges! Als Hauptattraktion für einen 9 Jährigen ist mit Sicherheit ein kleiner Bach zu nennen, welcher sich - manchmal auch unter den Häusern - durch die 2800 Seelen Ortschaft schlängelt - die “Gambach”. So wurde auch Sepi, ganz zum Ärger seiner Mutter, ein Bach-Mensch. Kurtze Erklärung “Bach-Mensch”: Jemand der seine komplette Freizeit, ob erlaubt oder nicht, an fießendem Wasser spielt, Scheiße baut, oder was auch immer macht. Manch einer wird wohl denken, dass Sepi mit der “Gambach” einen Ersatzt für den Pazifischen Ozean gefunden hatte. Und ja, in der Tat war das so, abgesehn von der größe und den sonstigen Naturbeschaffenheiten. Anstatt der leckern Fische und großen Haie wir die “Gambach” zum Beispiel von Kaulquappen und Blutekeln bevölkert. Aber das empfand Sepi nie als schlimm. Spaß kann man auch mit diesen Viechern haben dachte er sich und steckte sie in die Stiefel seiner Schwester, oder bewarf damit Passanten aus einem sicheren Versteck. Natürlich diente die “Gambach” auch als Ort, um die eigene männlichkeit zu beweisen. Als sehr mutig galt es zum Bespiel den ganzen Verlauf des Baches im Wasser zu durchlaufen. Im Profisport nennt man das übrigens “Watertracking”. Am Anfang ist es ja noch leich, da die Quelle im Feld überhalb des Dorfes liegt - also klares Wasser. Nichtmal Ratten findet man dort. Aber sobald man sich in die Zivilisation bewegt wird es schlimm. Ach du Scheiße wird das schlimm. Alle Zehn Meter sieh man ein Rohr, aus dem irgendein Brühe fließt. Ratten huschen zwischen den Beinen hin und her und nach einer kurtzen Weile hat man auch schon Problem mit dem bestialischem Gestank. Eigentlich sollte man denken dass dies die Beschreibung eines Abwasserkanal einer Großstand ist und nicht die eines Baches der durch einen kleinen, bodenständigen, in der Wetterau liegenden Ort fließt, ist. An einem Nachmittag, als Sepi mit einem Freund dabei war denn Bachlauf aufärts zu gehn, endeckte er etwas, was eher seltener im Abwassersystem einer Stadt zu finden ist. Wie vorhin schon erwähnt, fließt der Bach teilweise unter dem Dorf in Röhren, mit dem Durchmesser von einem Meter, durch. Gerade als Sepi sich durch einen hindurchgerungen hatte und froh war keinen Rattenbiss davon getragen zu haben (die Ratten lieben diese Röhren, deshalb lief Sepi obwohl er eine Taschelampe dabei hatte, immer im dunkeln durch die Röhren. Nicht weil er Angste hatte sie aufzuschrecken - diese mist Dinger waren sowiso immer in Bewegung - sondern um sie einfach nicht zu sehen. Sepi fand damals schon, dass Ratten unästhetische Tiere sind!) lag mitten im Bachbett, welches an dieser Stelle etwas tiefer und breiter ist, ein Kuh Kadaver. Als Sepi aus der Röhre steigen wollte rutschte er auf einem Stein aus und landete leicht gepolstert auf dem Kuhmagen. Schnell sprang er auf und kletterte über das Geländer auf die Strasse. Er stank von oben bis unten nach verdorbenem Fleisch, war dazu auch noch nass und an seiner Rechten hand hatte sich ein Bluteckel festgesaugt. VERDAMMTE SCHEIßE VERDAMMTE!!! - Sicher ist es nich aber so könnten seine Gedanken in diesem Moment gewesen sein. Diese Erlebnis sorgte dafür, dass Sepi ganze 3 Tage dem Bach fern blib. Aber er war ein Mann - jedenfalls in dieser Woche.

Tschöööss!

Sepi | geschichte eines jungen | Kommentare

Nr. 2

3. Februar 2006

Es war mal wieder soweit, dass Sepi in die Schule musste. Er hatte das zweite Schuljahr kurtz vor Weinachten in Peru bereits beendet. Das Schuljahr in Peru verläuft ander als das hiesige von Merz bis Dezember. Jetzt war Merz, aber das Schuljahr in Deutschland noch voll im Gange. Trotzdem beschlossen seine Eltern, das er lange genug herumgelungert und Apfelsaft getrunken hatte. Also kam er noch mal in das zweite Schuljahr der Grundschule in Gambach. In die 2b. Schüchtern stellte er sich den überwiegend blonden Köpfen vor. Die Lehrerin, Frau Bruchmüller, erklärte, dass Sebastian aus Peru käme und jetzt nach Gambach gezogen sei. Sehr überascht war Sepi als auf die Frage, wohin er sich setzten sollte viele Finger sich meldeten. Alles Finger die die neue Attraktion neben sich sitzen haben wollten. Die Lehererin wies Sepi auf einen noch frein Platz neben Niko - Nikolas Haas. Auch in der darauf folgenden Pause wurde er umzingelt und mit Fragen durchbohrt. “Habt ihr in einer Strohhütte gelebt?”, “Hast du schon mal ein Auto gesehn?” oder “Kennst du Borussia Dortmund?” kam aus den vielen Mündern. Obwohl überfordert von den ganzen Fragen und der neuen Situaton, in der er sich nun Befand, kam er nicht traurig nach Hause. Er hatt neu Freunde. So dachte er zumindestens. Und ja, es stimmte.

Bis nächstes Mal!

Sepi | geschichte eines jungen | Kommentare

Nr. 1

21. November 2005

Als er ankam, das war ende Februar 1993, war sein neunter Geburtstag noch nicht fern. Ein paar Tag zuvor hatter er ihn in Chile, nich weitvon Santiago, auf einer Missionsstation umzingelt von einem riesen Weingut gefeiert. Das es die Weinfelder waren, zwischen welechen er gespielt hatte, sollte aber keinen großen Einfluß auf sein späteres Leben haben. Wie auch - er wusste um die berauschende Wirkung dieser Früchte nach einem bestimmten Prozess noch nichts. Aber weiter in der Geschichte. Angekommen, freute er sich über das freie Leben in Gambach, dem kleinen mittelhessischem Ort in dem er die nächsten 8 Jahre verbringen sollte. Es war eine Freiheit, welche er nicht kannte. Eine Freiheit, die es nicht in einer acht Millionen Stadt giebt. Lima war sein bisheriger Wohnort, wo es selbst am Eingang der Schule Ausweiskontrollen gab. Und spielen im Park war dem Gassigehn, das Geschehn bei dem ein Mensch seinen Hund and der Leine ausführt, garnicht sehr unänlich. Nur das es sich hier nicht um Hunde handelte sondern um Sepi der auch nicht in den Park ging um Kot zu hinterlassen sonder um sich auszutoben. In Gambach war das anders. Er genoss es Apfelsaft zu trinken und Mettwurst zu essen so viel er wollte - beides sehr teure Importwaren in Peru - um anschliessen sich in den Strassen in und um Gambach auszutoben. Keine Eltern, die aufpassten, keine Schwestern, die rumnervten. Einfache reine Freiheit mitten in Hessen.

Freut euch auf das nächste Mal. Denn dann Kommt Sepi in die Deutsche Schule.

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